Jordis «bewegte Eisenplastiken» im Paul Gugelmann-Museum


Am Freitag fand die Vernissage zur Sonderausstellung statt.


HANS BEER (Text und Bilder)

Im Rahmen der alljährlichen Sonderausstellung sind im Paul Gugelmann-Museum Schönenwerd Werke des Berner Künstlers Bernhard Jordi zu sehen. Mit einer gediegenen Vernissage in der Shedhalle an der Schulstrasse wurde die Ausstellung eröffnet.

Begrüssung und musikalische Umrahmung
Toni Zaugg als Präsident des Fördervereins Paul Gugelmann-Museum freute sich über die zahlreichen Besucher. Er begrüsste unter anderem den ausstellenden Künstler Bernhard Jordi. Gruss und Dank des Präsidenten galten auch den Gästen, Mitwirkenden sowie den zahlreichen Helfern des Museums und der Ausstellung. Die Vernissagehalle war mit Bildern des ausstellenden Künstlers geschmückt. Diese Werke konnten am Vernissageabend auch gekauft werden. In der Ausstellung im Museum selber werden sie nicht mehr gezeigt.
«Swing Along Trio» nannten drei junge Musikerinnen aus Olten ihre Formation. Mit Saxophon, Klarinette und Keyboard umrahmten und bereicherten sie die Vernissage. Ihr mit sichtlicher Freude vorgetragenes Spiel wurde vom Publikum gut aufgenommen und mit grossem Applaus honoriert.

Laudatio: Einladung zur Metamorphose
Andreas Sommer als Freund des Künstlers begann seine Laudatio mit der Feststellung, dass die grandiosen Kunstwerke von Paul Gugelmann im nahe gelegenen Museum leider nicht käuflich sind. Gewissermassen zum Trost lade Paul Gugelmann einmal im Jahr für eine Sonderausstellung einen Künstler ein, dessen Werke dann auch zu kaufen seien. Diesmal sei es Bernhard Jordi aus Bern. Sommer nannte ihn einen Eisenwerker und kunstvollen Kinetiker. Seine Werke amüsierten vordergründig, hintergründig erzählten sie vom Drama der gegenseitigen Abhängigkeit - eine faszinierende Symbiose zwischen Geist, Ästhetik und kunstvollem Handwerk.
Einen «mirakulösen Prozess» fand Sommer die Entstehung von Jordis Eisenkunst. Erdenken kann man sich ihre Komplexität nicht. Scheinbar ist alles nur Physik. Dort gilt als Grundsatz dass es Energie braucht, um weiterzukommen. Doch Jordi unterläuft scheinbar dieses Gesetz. Da gibt es irgendwo eine Kugel, die erst dann weiterkommt, nachdem sie ihre kinetische Energie verspielt hat. Solche Supplements sind kunstvoll, sie machen aus den physikalischen Maschinen dann philosophische Maschinen. Aus der Jonglage mit Physik entsteht Kunst. Und diese Kunst sei im Paul Gugelmann-Museum ja anschliessend an die Vernissage im Original zu sehen, zu berühren und auch zu hören.
Andreas Sommer fand, seine Zuhörer könnten auch Künstler sein. Sie könnten eine Metamorphose, also eine Verwandlung, bewirken. Die Transformation vom Inhalt des Sparschweins in einen echten Jordi. Diese Metamorphose verwandle dann Sicherheit (des Geldes) in Freude, Staunen, Entzücken und Faszination (des Kunstwerkes). Aus Haben werde Sein.

Explodierendes Bild
Als besondere Überraschung erlebten die Zuschauer ein explodierendes Bild. Bernhard Jordi fabriziert sogenannte «PED-Bilder» (PED Personal Explosiv Decision Bilder) zum Anzünden. Die Bilder sind GumPrints und auf Fabriano Papier gedruckt. Solche, mit den kleinsten handelsüblichen Sprengsätzen versehenen Bilder, können mittels Zündschnur zur Detonation gebracht werden. Paul Gugelmann fiel die Ehre zu, ein solches Bild zu «zünden».

Bezaubernde Ausstellung im Paul Gugelmann-Museum
Toni Zaugg lud die Besucher anschliessend zum Apéro im Vernissagelokal und zum Besuch der Ausstellung im Paul Gugelmann-Museum ein. Dort können die Kunstwerke nicht nur bestaunt, sondern natürlich auch gekauft werden.
Im Ausstellungsraum des Museum herrschte wie immer eine besondere Stimmung. Besucherinnen und Besucher bestaunten die Werke von allen Seiten, liessen sich die beweglichen und tönenden Kunstwerke vorführen, berührten etwa eine Besonderheit der komplexen Konstruktionen und kehrten wieder zu einem anderen Werk zurück. Bernhard Jordi freute sich über das Interesse, gab bereitwillig Auskunft und diskutierte mit dem Publikum.

Man muss sich persönlich von diesen Werken bezaubern lassen. Einige Namen seien gleichsam als Querschnitt in willkürlicher Auswahl genannt: «ZweiSeelenMechanismus, Grosser Schlingel, Stille Träne eines grossen Mannes, Wankelmut mit Seitenhieb, Eigentlich ist alles wieder wie vorher.» Die Sonderausstellung mit Werken von Bernhard Jordi im Paul Gugelmann-Museum Schönenwerd dauert bis zum 5. Juli 2015. Öffnungszeiten sind Mittwoch, Samstag und Sonntag 14.00 - 17.00 Uhr. Weitere Informationen unter www.gugelmann-museum.ch und www.kunstzeug.ch.

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