Die mechanischen Objekte von Georges Kessler sind im Paul Gugelmann Museum zu sehen.

Verena Fallegger (Text und Foto)
Eine grosse Fan-Gemeinschaft aus dem Baselbiet und Freunde des Fördervereins trafen sich am vergangenen Freitagabend zur Vernissage der Sonderausstellung im Paul-Gugelmann-Museum in der Shedhalle. Drei grosse Fotos zeigten hier einen Vorgeschmack auf die ausgestellten Objekte im Erdgeschoss des Museums. Hier ziert der ganze untere Eingangsbereich die trippelnden, hüpfenden, sich drehenden oder sonst bewegenden Unikate von Georges Kessler.
Kessler und Gugelmann kennen sich schon längers
In der Begrüssungsrede hiess der Präsident des Fördervereins Paul-Gugelmann-Museum, Toni Zaugg, Freunde und Bekannte des Künstlers Georges Kessler und alle Kunstfreunde willkommen. Musikalisch umrahmt wurde die Vernissage von Hafiz Hamnawa an der Tabla und Rahim Alisala an seiner Dambura. Die beiden Musiker entführten die Gäste in eine andere Welt – in ihre Heimat Afghanistan. Diese fremd anzuhörenden Klänge entlockten den Anwesenden spontane Bravorufe und anerkennende Jubelpfiffe. Der Laudator Thomas Rimondi ehrte seinen Vater Georges Kessler mit persönlichen Worten über seinen Werdegang. Die echte Verbundenheit der beiden Männer war gut zu spüren. Der Künstler ergriff anschliessend ebenfalls das Wort. Er lobte die gute Zusammenarbeit mit dem Förderverein, besonders jene mit Alice Kling: „Sie hatte immer ein offenes Ohr und nahm sich Zeit für meine Anliegen.“ Dass er Paul Gugelmann schon länger kennt: „und wir damals unsere Schulprojekte zum Teil austauschten oder ergänzten“, durften die Gäste ebenfalls erfahren. Kessler sagt abschliessend: „Es ist mir eine grosse Freude und Ehre im Paul Gugelmann Museum oder anders ausgedrückt ‚beim König der Automaten‘ ausstellen zu dürfen“. Die Gäste genossen den aufgetischten Apero. Viele gute Gespräche kamen in Gang, immer wieder war freudiges Lachen zu hören und zufriedene Gesichter zu sehen.
Lösung in der einfachen Logik
Der Künstler, sowie der Laudator erwähnten in ihren Reden mehrmals das Wort „Fundstücke“. Wie diese genau im Objekt auszusehen haben, konnten sich vielleicht einige gar nicht vorstellen. „Das Finden und das Zu-Fallen-lassen dieser Materialien ist eine schöne Beschäftigung“, unterstreichen die Beiden in ihren Aussagen. Die Objekte erzählen – ohne es sich unbedingt bewusst zu sein – ganz persönliche Gegebenheit und Geschichten der Familie Kessler.
Im Erdgeschoss des Museums hörte man immer wieder die Worte: „Ach, so sehen sie aus“, „Aha, herrlich anzuschauen“, „hast du gesehen, warum dieses hier so hüpfen kann“. Georges Kessler zeigt die Antriebsmechanik offen, somit verführt diese Technik umso mehr zum Staunen. Die komplizierte Fantasie des Betrachters kann durch die logische Einfachheit des Räderwerkes aufgelöst werden. Die Gebilde, der sich drehenden Räder und des führenden ‚Leitgestängs‘ werden durch eine einfache Kurbel in Bewegung gebracht. Ob bunt, Ton-in-Ton oder einfach wegen der gegensätzlichen Farben und Formen – die Objekte sprechen an.
Die Sonderausstellung von Georges Kessler ergänzt und spiegelt sich mit den Aussagen von Paul Gugelmanns poetischen Maschinen. Ein Besuch im Schönenwerder Museum lohnt sich in jedem Fall. 

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